Unser Selbstverständnis in einfacher und schwieriger Sprache

Einfache Sprache

Was ist das Pöge-Haus?
Das Pöge-Haus ist ein Haus im Osten von Leipzig.
Es ist offen für viele Menschen.
Und ihre Ideen.

Du möchtest für die Menschen in Leipzig etwas ändern?
Im Pöge-Haus kannst Du das.
Mit anderen zusammen.

Worum geht es?
Wir wollen in Leipzig gut zusammen leben.
Hier ist einiges schlecht.
Wir wollen das ändern.
Dafür treffen wir uns.

Was machen wir?
Wir lernen zusammen.
Wir probieren viel aus.
Musik und Theater, Buch-Lesungen und Gespräche.
Und es gibt vieles mehr.
Alle können mitreden und mitmachen.

Wer sind die Menschen im Pöge-Haus?
Im Pöge-Haus arbeiten mehr als 20 Menschen.
Hier wohnen auch einige Menschen.

Wir haben Platz.
Den kannst Du nutzen.
Wir freuen uns darüber!

Was ist dem Pöge-Haus wichtig?
Manche Menschen behandeln andere Menschen schlecht.
Weil sie keine weiße Haut-Farbe haben.

Weil sie an etwas glauben.
Weil sie von woanders kommen.
Weil sie weniger Geld haben.
Weil sie krank sind.
Weil sie Frauen sind.
Weil sie kein Mann und keine Frau sind.
Weil sie homosexuell sind.

Homosexuell ist ein Mensch,
der als Mann einen Mann liebt.
Oder als Frau eine Frau liebt.

Wir sagen: Alle Menschen sollen gut behandelt werden!
Wir wollen darüber reden.

Die Menschen im Pöge-Haus entscheiden zusammen
was im Haus passiert.

Was ist die Geschichte vom Pöge-Haus?
Das Pöge-Haus ist mehr als 120 Jahre alt.
Darin haben Arbeiter und Arbeiterinnen gewohnt.

Vor mehr als 20 Jahren gab es eine Druckerei im Pöge-Haus.
Der Name war Pöge-Druck.
Weil der Familie Pöge die Druckerei gehört.

Danach war das Pöge-Haus einige Jahre leer.
Vor 10 Jahren sind Künstler und Künstlerinnen ins Pöge-Haus gekommen.

Was ist der Pöge-Haus e.V.?
Einige Künstler und Künstlerinnen haben einen Verein gegründet.
Der Verein heißt Pöge-Haus e.V.
e.V. ist die Abkürzung für das Wort Verein.
Der Pöge-Haus e.V. und einige andere Menschen haben das Pöge-Haus
vor mehr als 5 Jahren gekauft.

Sie haben zusammen viel neu gebaut.
Jetzt ist das Pöge-Haus offen für viele Menschen.


 

Schwierige Sprache

Das Pöge-Haus ist ein offener Raum für vielfältige kulturelle und gesellschaftliche Projekte. Wir unterstützen gesellschaftliches Engagement und setzen uns für ein offenes, vielfältiges, ökologisches und soziales Zusammenleben im Stadtteil, in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus ein. Dabei möchten wir gesellschaftliche Konfliktlinien offen legen und diskutieren. Verankert in der Leipziger Neustadt begleiten wir kritisch die Wandlung von Gesellschaft und Stadt, indem wir Kultur, Politik und Stadtteilarbeit verknüpfen. In unseren Projekten setzen wir einen Schwerpunkt auf selbstbestimmte Beteiligung und Bildung. Hier sollen unterschiedliche Formate zur Auseinandersetzung mit Vielfalt und kollektiver Ermächtigung ausprobiert und getestet werden.

Mit unserer Arbeit möchten wir sowohl bereits aktiven Menschen einen Raum für ihre Projekte zur Verfügung stellen, als auch Menschen die Möglichkeit geben, aktiv und somit zu Akteur*innen gesellschaftlicher Entwicklung zu werden.

Eine antifaschistische und antidiskriminierende Haltung ist für uns grundlegend. Wir positionieren uns klar gegen jegliche Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Ableismus, Seximus und Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder Alter.

Das Pöge-Haus wurde im späten 19. Jahrhundert als Wohnhaus für Arbeiter*innen gebaut. Der Name bezieht sich auf die Firma Pöge-Druck, die hier bis 1994 ansässig war. Zugleich wohnten hier Ende der 1980er Jahre Angehörige der DDR-Opposition. Nach einer Phase des Leerstands belebten seit 2009 unterschiedlichste Akteur*innen mit Kunstprojekten das Pöge-Haus und seine Umgebung. Aus diesen Aktivitäten heraus wurde der Pöge-Haus e.V., sowie die Kultur- und Wohnprojektgesellschaft Leipzig Neustadt mbH gegründet, die im Sommer 2012 das Haus erwarb. Im Herbst 2014 wurde das Haus nach umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten feierlich eröffnet.

Das Pöge-Haus wird derzeit gemeinschaftlich von Hausbewohner*innen, Ateliernutzer*innen, Vereinsmitgliedern und weiteren Engagierten verwaltet und gestaltet. Das Haus wird durch gemeinsame Diskussionen, Entscheidungen und Aktionen mit Leben gefüllt. Wir verfolgen eine transparente Kommunikation über Entscheidungen und Aktivitäten des Hauses.