ART GO EAST

ART GO EAST – to explore the spaces (AT 2018) und ART GO EAST – to collaborate (2020)

Leipzig ändert sich: Der Wandel der Stadtgesellschaft durch Zuzug, insbesondere von jungen Menschen, durch Migration und andere Einflussfaktoren der „globalisierten Welt“, bedeutet eine zunehmende Herausforderung für das „Miteinander“ der vielen aktiven Bürger*innen. Um auf diese neu entstehende „Vielheit“ (Mark Terkessidis) zu antworten, braucht es Anlässe für einen kommunikativen Austausch und neue Formen des Miteinanders: Nach Mark Terkessidis bieten kollaborative Strategien, wie Teilen, Spenden und Tauschen Möglichkeiten dazu. Nirgendwo kommen in Leipzig diese „Vielheit“ und die mit ihr verbundenen Herausforderungen und Chancen klarer zum Ausdruck als im Leipziger Osten. Im Fluss des ständigen Ankommens und Gehens haben neben neuen Wohnformen kollaborative Strategien hier Hochkonjunktur. Im bunt gemischten Viertel aus über 50 Nationen und verschiedenen sozialen Schichten bieten sie eine besondere Gelegenheit das „Miteinander“ zu erforschen.

Das Festival ART GO EAST hat aus diesem Verständnis der „Kollaboration“ heraus ein Konzept entwickelt, das über künstlerische Ausdrucksformen (Performance, Installationen etc.) das Viertel und seine Bewohner*innen in einen Austausch bringt.

Ebenso möchte es die vielen Kunsträume im Leipziger Osten – auch eine flüchtige Vielheit – allen Beteiligten der Stadt und kunstinteressierten Besucher*innen öffnen. Im Besonderen für fünf das Stadtviertel prägende, aber oft über das Viertel hinaus wenig bekannte, oder extra für die Biennale erschlossene (Kunst-) Räume ruft die Biennale Künstler*innen auf, Formen des künstlerischen, situierten Handelns zu entwickeln und in Interaktion mit den Besucher*innen zu treten

Die Biennale für darstellende und bildende Kunst Art Go East fand im Dezember 2o18 zum ersten Mal statt und ist in vielerlei Hinsicht ein ambitioniertes Projekt: ein Festival, das an acht Ausstellungsorten mit über 15 lokalen und internationalen Künstler*Innen wirkte. Es verstand sich dabei als innovatives, kritisches und nachhaltiges Projekt, dass sich trotz einer in der Stadt herrschenden Atmosphäre des Kulturüberangebots und in einem von voranschreitender Gentrifizierung geplagtem Stadtteil behauptet. Zum einen sollte es durch seine Form die Situation der Kunstszene und der Kulturschaffenden im Leipziger Osten gerade in deren nichtinstitutionalisierter, dezentralisierten Vielfalt festhalten. Andererseits mahnte es aber auch an die transformative Kraft der freien Szene als einem gewichtigen Faktor der Stadtteilentwicklung und rief zum Bewusstsein des kulturellen und politischen Miteinander auf.

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Gefördert durch die Leipzig Stiftung in 2018