Film-AG: Jeder Acker, jede Fabrik

8. November 2026, 19:30 Uhr

Filmabend

Endlich wieder Filme im Pöge-Haus, ausgewählt und veranstaltet von der Film-AG!

 

Jeder Acker, jede Fabrik

Beschreibung

Für den Dokumentarfilm “Jeder Acker, jede Fabrik” haben wir 50 Arbeiter*innen, Zeitzeug*innen und Theoretiker*innen zur Frage des revolutionären Übergangs interviewt. Wir wollten wissen, wie sie sich die Grundzüge einer neuen gesellschaftlichen Produktionsweise vorstellen.
Im ersten Teil beleuchten wir die Stärken und Schwächen der letzten grossen Klassenbewegungen, die in den 70ern “den Kapitalismus in Bedrängnis gebracht hat“ (Sergio Bologna). Genoss*innen aus Italien, Spanien, Portugal und England reden über ihre Erfahrungen, von Fabrikbesetzungen zu kollektiven Preissenkungen bis zu ihrer Teilnahme an der Nelkenrevolution in Portugal, und wie der Staat die Bewegung durch Repression und Integration konfrontierte..

Auch in den 70er Jahren beschränkte das Erbe und die real-existierende Existenz der Sowjetunion den Horizont der Bewegung. Im Film fragen wir Genoss*innen, wie man sich vorstellen kann, lokale Selbstorganisation in Betrieben und Nachbarschaften auf eine gesellschaftliche Ebene zu heben, ohne dabei von einem Planstaat oder Marktstrukturen zur Koordination abhängig zu werden. Wir
besprechen die Idee der Arbeitszeitrechnung, die von Rätekommunisten entwickelt wurde, und die Grundzüge einer freien, bewussten und kollektiven Produktionsweise. Dabei stehen Interviews mit Arbeiter*innen aus den wesentlichen Sektoren, mit ihren Erfahrungen aus Großfabriken, der Landwirtschaft, der Energieversorgung oder dem Gesundheitswesen, im Mittelpunkt. Wie müsste
sich eine Arbeits-und Produktionsweise verändern, so dass alle Produzent*innen nicht nur formal das Recht haben, sich an Entscheidungen zu beteiligen, sondern auch das dafür notwendige Wissen besitzen?

Wenn wir davon ausgehen, dass der Kapitalismus nicht graduell oder über eine wachsende Alternativökonomie überwunden werden kann, stellt sich die Frage eines revolutionären Übergangs. Welche Rolle spielt das Militär, welche Rolle spielen organisierte Strukturen innerhalb der Klassenbewegungen? Was können wir heute tun, um sowohl die „Revolution unter Kolleg*innen als möglich erscheinen zu lassen“, wie ein Londoner U-Bahnfahrer im Film sein Engagement beschreibt, als auch die Selbstorganisation in den Betrieben zu entwickeln und diese organisierten Kerne zu vernetzen?

Regie, Kamera, Schnitt und Produktion
Johanna Schellhagen
Idee, Buch, Recherche
Marco Bauer/Angry Workers
Musik
Stephen Molchanski
Tonmischung und Sound Design
Studio Lärm
Farbkorrektur
Kim El Ouadi
Grafik
Zoff Berlin
Animation
Julien Bach

>>Trailer

Keine Anmeldung nötig

Tickets: 5–8€ Spendenempfehlung