Feministisch-historischer Stadtteilrundgang durch Neustadt-Neuschönefeld

7. März 2026, 11:00 Uhr - 13:00 Uhr

Wir spazieren durch das Viertel rund um den vorderen Teil der Eisenbahnstraße und erinnern dabei am Vortag des 8. März an die Kämpfe und den Mut, aber auch das Schicksal und das Leid von Frauen, die im Stadtteil gelebt oder gewirkt haben. Wir reden über …

  • die „Rabet-Huren“, die im 16. Jahrhundert ihre Körper an Studenten der Universität Leipzig verkaufen mussten, von patriarchalen Autoritäten verfolgt sowie noch jahrhundertelang von männlichen Geschichtsschreibern und Enzyklopädisten herabgewürdigt wurden;
  • die Mitbegründerin der bürgerlichen Frauenbewegung Louise Otto-Peters, die von der Kreuzstraße aus den Allgemeinen Deutschen Frauenverein leitete und dessen Zeitung „Neue Bahnen“ mit herausgab;
  • Rosa Luxemburg, die in der damals radikal-marxistischen „Leipziger Volkszeitung“ (mit Sitz in der heutigen Rosa-Luxemburg-Straße) gegen Militarismus, Krieg und soziale Ungleichheit anschrieb;
  • die Mundartdichterin und Humorschriftstellerin Lene Voigt, die als Kind in der Ludwigstraße zu ihren späteren Umdichtungen klassischer Gedichte auf Sächsisch inspiriert wurde – welche von den Nazis dann aber verboten wurden;
  • die Malerin Ilske Schwimmer aus der Eisenbahnstraße, die sich von der Muse, Geliebten und Haushälterin eines bekannten Malers, der ihre bedingungslose Unterordnung forderte, autodidaktisch zur anerkannten Künstlerin mit eigenem Stil entwickelte;
  • die DDR-Bürgerrechtlerinnen Katrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns, die von der Mariannenstraße aus mit mutigen Aktionen maßgeblich zum Anwachsen der Montagsdemos 1989 beitrugen;
  • Dr. Christa Schmidt aus der Eisenbahnstraße, die 1990 als Ministerin für Familie und Frauen der letzten DDR-Regierung auf ein progressives Abtreibungsrecht im wiedervereinigten Deutschland hinwirkte …

… und über einige andere mehr.

Es führt Dr. Uwe Krüger vom Bürgerverein Neustädter Markt.

Start ist am Friedrich-List-Platz, Tram-Haltestelle stadtauswärts (also wenn ihr mit der Straßenbahn vom Hbf. kommt und am List-Platz aussteigt, seid ihr richtig)
Ende ist am Neustädter Markt.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 20 Personen begrenzt. Deshalb ist eine Anmeldung erforderlich.

Mehr Info unter: www.poege-haus.de oder kontakt@poege-haus.de

Ihr könnt euch anmelden indem ihr eure Teilnahmegebühr (6-10€ p.P., nach Selbsteinschätzung), via PayPal (Freunde) an paypal.me/PoegeHaus sendet oder an die Bankverbindung:

GLS Bank
IBAN: DE95 4306 0967 1137 0269 00
BIC: GENODEM1GLS

überweist. Frist dafür ist der 5. März.

Hinweis:
Da die porträtierten Personen nicht mehr leben, können wir nicht nachvollziehen, wie sie sich selbst identifiziert hätten. Den Begriff „Frauen“ verwenden wir daher mit Bedacht und im historischen Kontext.