Dokumentation des Bürgerforums Schwimmhalle Otto-Runki-Platz

DOKUMENTATION
Bürgerforum Schwimmhalle Otto-Runki-Platz

Donnerstag, 21. März 2019, 18:00 Uhr | Pöge-Haus, Hedwigstr. 20 | poege-haus.de | leipziger-osten.de

Den Beitrag als Pdf gibt es hier.

Ablauf
18.00 Uhr | Begrüßung, Anliegen und Ablauf des Bürgerforums | Tobias Peter, Pöge-Haus e.V.

18.05 Uhr | Vorstellung des Projekts und der Rahmenbedingungen | Joachim Helwing, Sportbäder Leipzig GmbH

18.45 Uhr | Workshop-Phase:
Workshop 1: Architektur
Workshop 2: Städtebauliche Einordnung und Grünflächen
Workshop 3: Nutzungsanforderungen

19.30 Uhr | Vorstellung der Workshop-Ergebnisse und Zusammenführung

20.00 Uhr | Ende


Workshop 1: Nutzungsanforderungen

Grundsätzliche Zielsetzungen:

  • Nutzung sollte klaren Stadtteilbezug und Identifikationsmöglichkeit aufweisen: „Unsere
    Schwimmhalle für den Stadtteil“
  • gesunde, zeitgemäße Gastronomie – die sich abhebt von anderen gastronomischen Angeboten
  • Nutzungsausrichtung sollte auf Bedarfe im Stadtteil eingehen
  • Prüfauftrag: wenn zusätzliche Nutzungsflächen nicht in Stapellösung zu ermöglichen sind, auf
    MVZ verzichten

Zugang, Nutzungs- und Öffnungszeiten

  • Gute Aufteilung in der Nutzung, insbesondere der Nutzungszeiten zwischen Vereinen, Schwimmhalle, und Stadtteilnutzung
  • Öffnungszeiten bis 22 Uhr, auch am Wochenende
  • Zielgruppenspezifische Öffnungszeiten (z.B. für Frauen, Menschen mit Behinderungen) ermöglichen
  • Nutzung der zusätzlichen Räume von Externen auch außerhalb der Öffnungszeiten der Schwimmhalle ermöglichen
  • Aus- und Eingang aus Richtung Rabet ermöglichen, um sicheren Zugang für Kinder, insbesondere aus den benachbarten Schulen sowie dem Park zu gewährleisten

Nutzung durch Externe

  • Unkomplizierte und kostengünstige Nutzung durch Externe ermöglichen (vom Bäderbetrieb getrennte Nutzung)
  • Variable Mehrfachnutzung der zusätzlichen Sport- und Seminarräume durch Vereine, Initiativen u.a.
  • Zugang für Externe auch unabhängig von Schwimmhallenbetrieb
  • Nutzung durch Externe muss organisiert werden: Nutzungs- und Betriebskonzept erarbeiten, ggf. Beauftragung Dritter

Nutzungsanforderungen an Gebäude

  • mindestens zweiten Seminarraum für Vereine, um flexiblere Nutzung zu ermöglichen
  • zweiten Athlethikraum vorsehen, z.B. für Yoga oder andere sportliche Nutzungen
  • Sauna berücksichtigen: großer Bedarf vorhanden

Nutzung Außengelände

  • Außengelände und Dach für Urban Gardening nutzen
  • Urban Gardening auf Dach kann durch Hochbeete erfolgen

Workshop 2: Architektur

Grundsätzliche Zielsetzungen

  • Einbettung in städtebauliches Gesamtgefüge vor Ort: Vermittlung zwischen unterschiedlichen Bezugspunkten Eisenbahnstraße, Rabet und Elsapark
  • Schaffung eines Gebäudes, das mit dem Umfeld, der Stadt in Interaktion tritt
  • ein in seiner Funktion isoliertes Gebäude, das keinen Bezug auf Umfeld nimmt (im Sinne eines klassischen Schwimmhallenbaus) wird dem Standort nicht gerecht
  • Definition als öffentlichen Ort in einem sozial herausfordernden sowie vorwiegend kommerziell (Einzelhandel) geprägten Straße (‘Hier kann das Viertel zusammenkommen’)
  • Es sollte ein architektonischer Anspruch formuliert werden, der über einen reinen Funktionsbau hinaus geht (prägendes Gebäude, dass die Eisenbahnstraße architektonisch bereichert und nicht abwertet)
  • Nachhaltigkeit des Gebäudes für spätere Ergänzungsnutzungen bzw. -bauten (z.B. Sauna) gewährleisten

Bezugspunkte und Sichtachsen

  • Sichtachsen und Bezugspunkte zwischen Rabet und verbleibendem Grünanteil auf der Fläche des Otto-Runki-Platzes ermöglichen
  • Sicht von Schwimmflächen aus auf das Grün wird bevorzugt: betont Momente von Erholung und Auszeit (‘Schwimmen im Grünen’, ‘Oase im Städtischen’)
  • demgegenüber wird Situierung der Schwimmflächen zur Eisenbahnstraße hin negativ bewertet (Schaufenstereffekt, Gefühl des Beobachtetseins, problematische Lautstärke der Straße)
  • Öffentliche Bereiche wie Zugang zu Foyer und öffentlich nutzbarem Besprechungsraum ebenerdig zur Eisenbahnstraße hin platzieren, vorhandene Öffentlichkeit in das Gebäude holen (‘Die Straße spiegelt sich im Foyer/Saal’)
  • Begehbarkeit des Gründachs aus dem öffentlichen Raum heraus (Treppenlösung) oder zumindest aus dem Gebäude heraus ermöglichen

Organisation des Baukörpers

  • Zurücksetzung von der Eisenbahnstraße, um eine kleine Plaza mit Bäumen zu ermöglichen (öffentlicher Raum mit Aufenthaltsqualität)
  • Öffentliche Bereiche mit Eingang, Foyer und Besprechungsraum zur Eisenbahnstraße hin orientieren
  • Schwimmflächen im hinteren Bereich platzieren
  • Foyer und Besprechungsraum von Schwimmhalle so situieren, dass diese zusammengeschaltet werden können zu einem Saal
  • Nutzungsstapelung in den jeweiligen Bauabschnitten ausreizen (ggf. 4-5 stöckig), um Flächen zu sparen; Höhen der Gebäudeteile variieren und bewusst als architektonisches Prinzip einsetzen
  • Einzelvotum: – In der Planung berücksichtigen, dass MVZ evtl. nicht gebaut wird, d.h. nicht an der Eisenbahnstraße platzieren, sondern hinter dem Schwimmhallengebäude

Fassadengestaltung

  • keine 08/15-Schwimmhallenfassade (Negativbewertung der Beispiele Dessau und Dresden aus Präsentation), sondern dem Umfeld entsprechende Wertigkeit der Materialien
  • Umgang mit Grafitti einplanen
  • Variante: umfassende Fassadenbegrünung zu allen Seiten als stilprägendes Element (‘Grünes Band’), das Gebäude heraushebt (korrespondiert mit ‘Schwimmen im Grünen’) → positiver Beitrag zum Stadtklima
  • Berücksichtigung von Vertical Gardening Elementen in der Fassade insbesondere im parkzugewandten Bereich, mögliche Kombination mit Urban Gardening

Workshop 2: Städtebauliche Einordnung und Grünflächen

Grundsätzliche Zielsetzungen

  • Prinzip des Bauens mit möglichst geringem Flächenverbrauch umsetzen
  • möglichst umfassende Stapelung von Bauflächen
  • Gebäude muss sich einordnen in gegebene städtebauliche Situation (belebte Straße mit Einzelhandel)
  • vorhandene Beziehung zu Stadtgrün müssen erhalten werden
  • Grün möglichst zusammenhängend erhalten Grünflächen
  • Zusammenhängende Grünfläche entlang der Neustädter Straße und Lorenzstraße schaffen (Grüner Winkel), um Bezug zu Rabet zu schaffen; Bäume hier erhalten
  • Lorenzstraße (zwischen Otto-Runki-Platz und Berufschule) sollte verkehrsberuhigt werden, um Platz mit Aufenthaltsqualität zu schaffen und umlaufenden Verkehr zu vermeiden
  • Variante: Grünflächen im Winkel bis zur Eisenbahnstraße erhalten, um Zugang und Sichtachse zwischen Eisenbahnstraße und Rabet zu ermöglichen

Platzierung des Baukörpers

  • Gebäude insgesamt kompakt und zusammenhängend platzieren
  • öffentlicher Bereich und Haupteingang an der Eisenbahnstraße platzieren
  • Schwimmflächen im hinteren Bereich ansiedeln
  • kleineren Nebeneingang vom Rabet ermöglichen
  • Technikräume im Randbereich der Schwimmflächen (Traglast berücksichtigen) platzieren im Untergeschoss und/oder 1.OG
    Situierung entlang der Eisenbahnstraße
  • Gebäudekörper einrücken, um Platzsituation mit Aufenhaltsqualität zu schaffen, Risiko für Konfliktsituationen im öffentlichen Raum werden minimiert
  • im Erdgeschoss zur Eisenbahnstraße Raum für Läden vorsehen (Laufkundschaft)
  • Läden (Links und Rechts) fassen Eingangsbereich und Foyer (Mitte) ein
  • MVZ mehrgeschossig wie umgebende Bebauung errichten, ggf. weitere medizinische Nutzungen neben Läden vorsehen
    Parkflächen
  • möglichst kein zusätzlicher Flächenverbrauch durch Parkflächen
  • Stellplätze im EG entlang der Konstantinstraße unter das Gebäude schieben (Auskragung des Gebäudes über Parkplätzen

Vorstellung der Workshop-Ergebnisse und Zusammenführung

  • Generell hohe Übereinstimmung bzw. Passfähigkeit der Workshopergebnisse Offene Punkte bzw. Möglichkeiten für Varianten
  • Grünflächenanteil direkt an der Eisenbahnstraße ausweisen oder eher architektonische geschlossene Lösung, die urbanen Charakter betont
  • Verzicht auf MVZ (Prüfauftrag)
    Eigenständige Lösungen für beide Bauabschnitte (Schwimmhallenbau muß städtebaulich und architektonisch auch ohne MVZ funktionieren können)

Zusammenführende Skizze: (Rot: Eingangsbereich/Gemischte Nutzung (L: Läden, F: Foyer); Gelb: Schwimmflächen (S); Schwarz: Parken (P), Grün: Grünflächen, Blau: Verkehrsberuhigte Straße)