Rückblick zur Podiumsdiskussion “Sicher auf zwei Rädern?! Mobilität und Fahrradsicherheit im Leipziger Osten”

Das Pöge-Haus war am Donnerstag, den 24. Januar 2019 voll mit Interessierten, Anwohner*innen und Verkehrsteilnehmenden – der Pöge-Haus e.V. lud zur Podiumsdiskussion „Sicher auf zwei Rädern!? Mobilität und Fahrradsicherheit im Leipziger Osten“ ein.

Von Lastenrädern durch den Auwald und „grünen Wellen“ für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmende auf dem Innenstadtring, bis hin zur Eisenbahnstraße als Fußgängerzone kamen Anwohner*innen, Fahrradfahrende und die eingeladenen Referent*innen auf dem Podium angeregt im Rahmen der Podiumsdiskussion ins Gespräch.

Foto: Lea Glaser

Nach einem Input-Vortrag zum Thema „Mobilitätswende vor Ort“ durch den Geografen Tilman Schenk, der die Diskussion wissenschaftlich einleitete, wurden bereits einige Perspektiven auf die Situation des (Rad-)verkehrs in Leipzig durch die Referent*innen Susann Reuter (Geschäftsführerin rad3), Tim Tröger (Freier Planer im StadtLabor Leipzig) sowie Christoph Waack (Radverkehrsbeauftragter der Stadt Leipzig) geteilt. Mit der Öffnung der Publikumsfragen wurde die Diskussion jedoch nochmals durch zahlreiche wertvolle Perspektiven und Statements, teilweise mit Fragen oder auch schon konkreten Lösungsvorschlägen, bereichert. Angesprochen wurde unter anderem der Platzmangel für Radfahrende im Lene-Voigt-Park, die erneute Forderung einer Fahrradstraße, die parallel zur Eisenbahnstraße verläuft (beispielsweise die Ludwigstraße) aber auch die langen, nicht abgestimmten Ampelschaltungen am Promenadenring für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmende wurden zum Thema des Abends. Trotz zahlreicher interessanter Redebeiträge aus dem Publikum und vom Podium konnten alternative Mobilitätskonzepte wie Car- und Radsharing oder auch kostenloser ÖPNV nicht ausreichend diskutiert werden, was nicht zuletzt zeigt, dass wir thematisch noch lange nicht am Ende waren.

Es ist dabei nicht verwunderlich, dass vermehrt konkrete Situationen auf der Eisenbahnstraße geschildert wurden, denn nach wie vor kommt es dort zu gefährlichen Situationen für Radfahrende und zu Fuß Gehende: Erst am Vortag der Podiumsdiskussion gab es einen schweren Unfall, bei dem auf der Eisenbahnstraße/Ecke Bussestraße ein Fahrradfahrer aufgrund einer unaufmerksam geöffneten Autotür schwer verletzt wurde. Um die oftmals unzureichend markierten Radwege auf der Eisenbahnstraße zu entlasten und die Situation für die Radfahrenden sicherer zu gestalten, kam der Vorschlag aus dem Publikum auf eine der parallelen Straßen, beispielsweise die Ludwigstraße zu einer weiteren Fahrradstraße in Leipzig zu erklären. Weitere städtebauliche Maßnahmen wie ein geänderter Streckenverlauf, Hinweisschilder oder aber markierte Radstreifen könnten außerdem in Erwägung gezogen werden.

Wichtig bleibt nach wie vor, insbesondere wenn kurz- und längerfristige Maßnahmen in der Verkehrs- und Stadtplanung nicht in naher Zukunft umgesetzt werden, eine gegenseitige Kultur der Rücksichtnahme im Straßenverkehr mit allen Beteiligten zu etablieren und zu leben, um sich sicher und komfortabel im Straßenverkehr bewegen zu können. Das ist zwar nur ein Teil eines sichereren Radverkehrs, aber vielleicht ein erster wichtiger Ansatz bis weitere städtebauliche Maßnahmen folgen.

Kristin Elsner, Pöge-Haus e.V.

 

Das im Rahmen der Podiumsdiskussion verteilte Infoblatt kann hier heruntergeladen werden.